März 2017

Philatelie-Tag Neuwied 2017

Vor  200 Jahren 1817 wurde die erste "Fliegende Brücke" zwischen Neuwied und Weißenthurm eingeweiht.


Die Briefmarkenfreunde Neuwied veranstalten am 5. März 2017 in der Volkshochschule Neuwied (Heddesdorfer Straße) ihren traditionellen Philatelie-Tag mit überregionalen Händlern. - Beginn der Veranstaltung ist um 9.30 Uhr.

In diesem Jahr erinnert der Verein an die Inbetriebnahme der ersten "Fliegenden Brücke" zwischen Neuwied und Weißenthurm im Jahre 1817.

Das Erlebnisteam Philatelie ist mit einem Sonderpostamt vor Ort vertreten. Der geführte Sonderstempel zeigt eine Abbildung der "Fliegenden Brücke" im Rhein.

Passend zum Anlass und zum Sonderstempel gibt es zwei Privatganzsachen.

Diese sind am Tage der Veranstaltung oder vorab bei der nachfolgenden Anschrift erhältlich.

Eine Briefmarkenausstellung der „Offenen Klasse“ rundet die Veranstaltung ab.


In früheren Jahrhunderten war die Überquerung großer Flüsse - wie der Rhein - für die Anwohner und für Reisende ein großes Problem. Die Überfahrten erfolgten mit Fähren, Nachen und Schalden (Boote mit geringem Tiefgang), deren Aufnahmekapazität sehr beschränkt war. Die Fährrechte wurden von den jeweiligen Landesherren gegen gute Bezahlung an die Fährleute übertragen. Es gab jedoch ständig Beschwerden und Verstöße gegen die Fährordnung. Ein weiteres Problem war der unterschiedliche Wasserstand des Flusses, besonders bei Hochwasser und Eisgang.

Nach dem Wiener Kongress, bei dem das gesamte Rheinland Preußen zugesprochen wurde, ergab sich eine neue Situation. Beide Rheinseiten gehörten nun einem Landesherren.

In Neuwied regte sich wieder das Interesse zur Schaffung einer dauerhaften, seriösen Möglichkeit der Rheinüberquerung. Es bildete sich ein Aktienverein, dem fast alle wohlhabenden Bürger der Stadt beitraten. Zweck des Vereins war der Betrieb einer "Fliegende Brücke". Einer Fähre, die an einem Seil von einem zum anderen Ufer , allein durch die Kraft der Strömung fortbewegt wird. Man erwarb in Mannheim dazu eine sog. Gierponte.

Die "Fliegende Brücke" wurde am 3. August 1817 , dem Geburtstag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III, feierlich eröffnet. Sie war sehr gut auf die örtlichen Bedürfnisse zugeschnitten, arbeitete jahrzehntelang zu vollen Zufriedenheit und erzielte erhebliche Überschüsse.

Das Prinzip der "Fliegenden Brücke" war ein größeres Boot, das auch Fuhrwerke transportieren konnte, das an einem langen Seil befestigt war. Das Seil wurde durch Bojen oder kleine Schwimmer über Wasser gehalten. Am Boot wurde es vorne und hinten befestigt. Je nach Stellung des Seils wurde die Richtung vorgegeben und das Boot durch die Strömung ans andere Ufer geführt.

Mit der Erfindung von Dampfschiffen war auch das Ende der "Fliegenden Brücken" gekommen. Man nutzte nun kleine Dampfschiffe, die die Gierponte längsseits nahmen und auf die andere Flussseite brachte. Der intensive Fährverkehr zwischen Neuwied und Weißenthurm dauerte bis zum Jahre 1935. Er endete durch den Bau und die Inbetriebnahme der ersten Brücke am 3. November 1935.

 

Weitere Informationen erhalten Sie beim Vorsitzenden der Briefmarkenfreunde:

Jürgen Glahé
Hinter dem Backhaus 1
56218 Mülheim-Kärlich
Tel. 02630/1339
E-Mail:   mk.glahe@t-online.de