Unser Philatelie-Tag findet 2014 am 9. März im großen Saal der VHS statt.

 

Philatelietag 2014  unter dem Motto „1824 – Gerhard Moritz Roentgen erreicht mit einem Dampfschiff zum ersten Mal den Mittelrhein“

 

 

Gerhard Moritz Roentgen wurde am 7. Mai 1795 in Esens (Ostfriesland) geboren. Er war ein Enkel von Abraham Roentgen, aus der bekannten Neuwieder Kunsttischlerfamilie.

Sein Vater Ludwig Roentgen war in Esens Prediger der Herrnhuter Brüdergemeine und Inspektor des dortigen Armen- und Waisenhauses.

Esens war zu diesem Zeitpunkt Teil des französisch kontrollierten Königreichs Holland. Der junge Gerhard Moritz meldete sich 1808 (dreizehnjährig) als Marineschüler im holländischen Enkhuizen an. 1814 schickte die holländische Marineleitung Roentgen zur Weiterbildung nach England. Er sah auf den dortigen Binnengewässern die ersten Dampfschiffe.

Fasziniert von der neuen Technik besorgte er sich dort alle erhältlichen Informationen und detailierte Konstruktionsmerkmale. In einer Denkschrift empfahl er seiner Marineleitung den Einsatz von Dampfmaschinen in Kriegsschiffen. Er fand  jedoch kein Gehör und quittierte verärgert den Dienst.

1822 gründete er auf der Insel Feijenoord (heute ein Teil von Rotterdam) eine kleine Werft. Zur gleichen Zeit bildete sich in Rotterdam die erste Gesellschaft für Dampfschiffe auf dem Rhein, die ab Mitte 1823 regelmäßige Fahrten zwischen Rotterdam und Antwerpen anboten.

Von dieser Gesellschaft erhielt Roentgen den Auftrag ein Schiff zu bauen, mit dem man den Rhein stromaufwärts bis Köln und weiter befahren könnte.

Im Herbst 1824 war das Schiff, das den Namen „de Zeeuw“ („Der Seeländer“) erhielt, fertiggestellt. Bei einer Länge von 35 Metern und einer Breite von 5 Metern konnten Güter und  120 Passagiere befördert werden. Die Dampfmaschine erzeugte etwa 200 PS.

Am 26. Oktober 1824 verließ Roentgen mit dem Schiff Rotterdam und erreichte nach nur 37 Stunden Köln. Die Kölner Kaufleute, die sich am Bau finanziell beteiligt hatten, waren begeistert.

Am 29. Oktober wurde die Bergfahrt fortgesetzt. Es gab jedoch aufgrund einsetzenden Hochwasssers Probleme, da die Kraft der Dampfmaschine nicht mehr ausreichte. Unterhalb Bacharachs musste Roentgen die Fahrt abbrechen und umkehren.

Auf der Rückfahrt legte er in Neuwied an und übernachte vom 3. auf den 4. November 1824 in der Stadt seiner Vorfahren, die er zum ersten Male besuchte.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er aufgrund einer schweren Gemütskrankheit in der Anstalt Meerenberg bei Haarlem, wo er am 28. Oktober 1852 verstarb.