März 2012

Philatelietag 2012 im Zeichen von F.W. Raiffeisen

 1852- wird Raiffeisen Bürgermeister in Heddesdorf

1862 - Gründung der ersten Darlehskassenvereine

 

 

Briefmarkenfreunde Sonderstempel und Privatganzsachen ausgegeben

(Bericht der Rheinzeitung ,13.03.2012)

 

Der Philatelietag in der Neuwieder Volkshochschule war wieder Treffpunkt für viele begeisterte Sammler. Foto: Jörg Niedergall

Von Andrea Niebergall

 Eine ordentliche Portion Interesse für Geschichte, gemischt mit Ordnungsliebe, Sammelleidenschaft und Geduld, aber auch Ehrgeiz und Akribie, diese Eigenschaften kommen dem Briefmarkensammeln entgegen. Am Sonntag trafen sich in Neuwied wieder die Sammler der Briefmarkenfreunde Neuwied mit vielen Gleichgesinnten im Amalie-Raiffeisen-Saal der VHS, um beim jährlichen Philatelietag zu tauschen, zu kaufen, sich im Wettbewerb zu messen und vor allem die Ganzsachen und den Stempel des Tages zu ergattern.

Die Gründung der ersten Darlehnskassensvereine als Vorreiter der Raiffeisenbanken vor 150 Jahren und den Amtseintritt von Friedrich Wilhelm Raiffeisen als Bürgermeister von Heddesdorf vor 160 Jahren hatten die Briefmarkenfreunde als Doppelthema des Tages ausgegeben und damit den Nerv vieler Sammler getroffen.

Ruth Hecken war eine davon. „Ich sammle hauptsächlich Ansichtskarten, und alles über Raiffeisen“, bekannte die Neuwiederin, die diese Leidenschaft mit ihrem Mann Wilfried teilt. Der hatte für den Tauschtag auch einen Beitrag für den Wettbewerb zusammengestellt: fünf Rahmen, die sich mit Raiffeisen und seinem Schaffen und Wirken in der Region befassen. Dass Hecken damit am Ende den ersten Preis in der offenen Klasse einheimsen konnte, erleichterte die Ehefrau besonders. „Er hat schon so viele Preise, aber die Goldmedaille hatte noch gefehlt. Er freut sich wie ein kleines Kind darüber!“

Der zweite Rang ging an den Sammler Gerhard J. Cihlars aus Polch, ebenfalls Mitglied der Briefmarkenfreunde. Er überraschte die Jury mit seinen drei Rahmen, die er aus einer einzigen Briefmarke erstellt hatte: „Rudolf Hausner: Die Wege des Adam“ lautete sein Thema, mit der augenzwinkernden Randbemerkung: „Was man mit einer Michelnummer alles machen kann “ Auf Rang drei fand sich die Vereinssammlung der Briefmarkenfreunde Neuwied mit Ganzsachen und Sonderstempeln wieder. Es gab aber noch viel mehr zu bewundern in den insgesamt zwölf Zusammenstellungen im hinteren Hallenteil. Einschreiben, Reklamekarten oder Bildpostkarten, historisches Mittelrheintal oder Liechtenstein, deutsche Sehenswürdigkeiten oder Postarchiv, oder aber eine Sammlung historischer Dokumente zum Vereinsleben in Neuwied weckten das Interesse der Besucher, die vor allem vormittags den Saal füllten.

Geschichtsinteressierte wie Sammler fanden aber auch am Sonderpostamt des Erlebnisteams Philatelie Gefallen. Dort gab es neben zwei Privatganzsachen auch den Sonderstempel des Tages, und der zeigte, wie sollte es anders sein, Raiffeisen zusammen mit dem Siegel der Gemeinde Heddesdorf.

Dass die Briefmarkenfreunde mit der Wahl des Doppelthemas goldrichtig lagen, zeigte aber auch der Zuspruch seitens der Politik. Josef Zolk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Flammersfeld, schaute vorbei und hatte auch gleich eine Einladung für den Vorsitzenden der Briefmarkenfreunde, Jürgen Glahé, zur Wiedereröffnung und Einweihung des Raiffeisenhauses in Flammersfeld am 22. März dabei. Landrat Rainer Kaul und Neuwieds Beigeordneter Jürgen Moritz, zugleich seit Jahren Jury-Mitglied des offenen Wettbewerbs, waren ebenfalls da und erwiesen den Sammlern und ihrem gewichtigen Thema so Zuspruch und Ehre.