Helgoland Deutsche Insel in der Nordsee
mit schicksalhafter Geschichte.
 
Die Dt. Post ehrt das 100 jährige Bestehen der Vogelwarte Helgoland mit der Herausgabe eines Briefmarken-Blocks aus der Serie „Dt. National- und Naturparks“ am 8. April.
Grund für den Sammler sich ein wenig mit der wechselhaften Geschichte der Insel und ihrer philatelistischen Dokumentation zu beschäftigen.
 
 
Seit dem 7. Jahrhundert ist die Besiedlung der Insel durch de Friesen urkundlich belegt. Im frühen Mittelalter diente sie häufig Seeräubern und Piraten als Unterschlupf. Man vermutet, dass auch der berüchtigte Klaus Störtebeker hier einen Stützpunkt unterhielt.
In dieser Zeit gehörte die Insel zum Herzogtum Schleswig und stand somit unter dänischer Krone.
Bei einer großen Sturmflut im Jahre 1720 wurde die Insel auseinander gerissen. Es entstanden die Hauptinsel und die vor gelagerte Düne, die heute ein beliebter Badeplatz ist.
Als in den napoleonischen Kriegen gegen England die so genannte Kontinentalsperre verhängt wurde, eroberten 1807 britische Truppen die Insel, um die Blockade zu brechen. Im so genannten „Frieden von Kiel“ wurde 1814 die Insel endgültig dem Königreich Großbritannien zu gesprochen. Sie blieb bis 1890 im Besitz der britischen Krone.
Bis ins Jahr 1866 wurde die Insel postalisch von Hamburg aus versorgt. Die Hamburger Post betrieb dazu auf der Insel ein eigenes Postamt. 1867 übernahmen dann die Briten selbst die Posthoheit und gaben für die Insel eigene Briefmarken heraus. Die Marken trugen den britischen Namen der Insel „Heligoland“.
 
 
Am 1.7.1890 regelten Deutschland und Großbritannien ihre gegenseitigen Gebietsansprüche in Ostafrika im sog. „Helgoland-Sansibar-Vertrag“. Deutschland verzichtete dabei auf die dem damaligen Deutsch-Ostafrika vor gelagerte Insel Sansibar und erhielt dafür im Gegenzug die Insel Helgoland. Von diesem Zeitpunkt an galten auf der Insel die Briefmarken des Deutschen Reichs.
In der Folgezeit wurde Helgoland zu einem bedeutenden Marinestützpunkt ausgebaut. Nach einem verheerenden Bombenangriff im April 1945 war die Insel unbewohnbar und die verbliebene Bevölkerung musste vollständig evakuiert werden. 1947 zerstörten die Briten mit der größten nicht nuklearen Sprengung der Geschichte die militärischen Bunkeranlagen, erklärten die Insel zum militärischen Sperrbezirk und nutzen sie als Bombenabwurfplatz.
Am 1.3.1952 gaben die Briten die Insel an Deutschland zurück und den ehemaligen Bewohnern wurde erlaubt auf ihre Insel zurück zu kehren.
Die Post gab 1952 anlässlich der Rückgabe die nachfolgende Marke heraus.
 
In den folgenden Jahren kam die Insel noch zwei Mal zu „Briefmarken-Ehren“. 1972 erschien in der Serie „Fremdenverkehr“ eine Gesamtansicht der Insel und 1990 wurde das Wahrzeichen der Insel „Die lange Anna“ in der Serie „Sehenswürdigkeiten“ verewigt.