2015


2015

Gotha. Glücklich und erschöpft schaut Eckehard Fromm am Sonntagabend auf das Wochenende zurück. Er sagt: „Es war der Wahnsinn. Mehr kann ein Sammler nicht erleben. Ich bin froh, dass mir das mit 71 Jahren vergönnt war, und ich danke allen Helfern für ihre Arbeit. Es hat sich gelohnt – für uns, für die Stadt und für die Philatelie.“

 

Lob kommt aus dem Auktionshaus Christoph Gärtner, das die Schatzkammer im Saal der Stadtbibliothek mit einer Blauen Mauritius aus der königlichen Sammlung in Londonermöglichte, von Bernd Jurkewitz. Er sagt: „Der 114. Philatelistentag in Gotha war sensationell.“

 

Der Briefmarken-Sammler-Verein Gotha gibt rund 10 000 Besucher für das Wochenende in den Ausstellungen in Orangerie, Kulturhaus, Thüringer Verwaltungsfachhochschule und Bibliothek an.

 

Mit Wind unter den Flügeln verlassen Ingo von Garnier (79), Hans-Dieter Friedrich (59), Enrico (43), Marcel (16) und Annabel Tampe (13), sowie die mitreisende Mutter SusanneTampe Gotha. Als Team Mittelrhein, Neuwied, Siegburg, Kerpen, sind sie unter den zehn Teams, die eine Runde weiter und also in die nächste Ausstellung kommen. Sie sind überglücklich.

 

Ingo von Garnier sagt: „Die Jury bescheinigt uns, dass wir ein starkes Wissen haben, nun müssen wir an der Präsentation arbeiten. Das sollte uns gelingen, wir haben mit Annabel und Marcel die jüngsten Teilnehmer und durch sie auch den niedrigsten Altersdurchschnitt.“ Ingo von Garnier hat Tafeln zum Thema „Der Norddeutsche Postbezirk in Schlesien 1868-1871“ gezeigt, Hans-Dieter Friedrich „Die Jahrhundertkarte von 1899 und 1900“. Enrico Tampe stellte das Thema „Neuwied – Eine Stadt im Wandel“ dar, seine Tochter Annabel unter dem Titel „Schwarzer Frack und weiße Weste“ die Pinguine, ihr Bruder Marcel „Auf leichten Schwingen hoch hinaus“ die Luftpost.

 

Heraus aus den einsamen Stuben

Das Team steht beispielhaft für ein Ziel, das der Bund Deutscher Philatelisten in Gothaerreichen wollte. Die vielen älteren Sammler sollen aus den einsamen Stuben heraus gehen und jüngere hinzunehmen.

 

Die Geschwister Tampe sagen in aller Ruhe den Grund für das Sammeln: „Es macht einfach Spaß.“ Die Mutter ergänzt: „Annabel hat als kleines Mädchen schon Tierbriefmarken angesehen, als wären sie ein Bilderbuch. Und ich habe sie machen lassen, auch wenn ein Zacken mal geknickt war.“ Enrico Tampe, der Vater, ist in einem Postamt aufgewachsen. Bei ihm ergab sich das Hobby fast von selbst. Für Hans-Dieter Friedrich hat die Philatelie bei den Kinderpostspielen begonnen.

 

Gotha bleibt ihnen in Erinnerung als Ort ihres ersten Erfolgs.

 

Ute Rang 06.09.15 TA